Die Farbe sitzt im Blatt
Bei der Hauswurz zählen die Rosetten, nicht die Blüten. Es gibt Hunderte, womöglich Tausende Sorten, und sie werden vor allem nach Blattform und Blattfarbe ausgewählt. Die Palette reicht von Grün und Grau über Purpur bis zu Weinrot und fast Braun. Eine rote Hauswurz ist also keine eigene Art und auch nicht künstlich gefärbt, sondern eine ausgewählte Sorte.
Sonne gibt Farbe
Hauswurz stammt aus den Bergen und ist an grelles Licht, kalte Winter und magere Böden gewöhnt. Rote Sorten sind deshalb draußen am schönsten: im Steingarten, in einer Mauerfuge, im Kiesbeet oder im Trog auf dem Balkon. In einem warmen, dunklen Zimmer verlieren sie Farbe und Form und werden lang und blass.
Viele Gartenfreunde beobachten, dass das Rot in voller Sonne und im Frühjahr tiefer wird, während die Rosetten im Schatten grünlicher werden können.
So bepflanzen Sie eine Schale
- Wählen Sie eine flache Schale mit Abzugsloch.
- Mischen Sie die Pflanzerde kräftig mit Kies oder grobem Sand.
- Decken Sie die Oberfläche mit Splitt ab, damit die Rosetten trocken liegen.
- Gießen Sie erst, wenn das Substrat völlig trocken ist.
- Entfernen Sie nach der Blüte die tote Rosette, die Kindel füllen die Lücke.
Vermehrung und Nachbarn
Kindel sind Klone der Mutterpflanze, die rote Blattfarbe bleibt also erhalten. Pflanzen aus Samen können dagegen ganz anders aussehen. Eine Schale mit roten, grünen und grauweißen Rosetten der Spinnweb-Hauswurz ist das ganze Jahr hübsch, auch wenn keine blüht.
Hauswurz ist in Deutschland winterhart und braucht Schutz nur vor anhaltender Nässe. In der Volksheilkunde wurde der Saft bei Verbrennungen verwendet; in größeren Mengen kann er Erbrechen auslösen, lassen Sie Kinder und Haustiere also nicht davon naschen.