Blumenstrauß länger frisch halten: was wirklich hilft
Ob ein Strauß nach vier Tagen schlappmacht oder nach zwei Wochen noch gut aussieht, entscheidet sich zu einem großen Teil bei Ihnen zu Hause. Hier lesen Sie, wie Sie einen gelieferten Strauß sofort richtig versorgen, welche Rolle Ihr Leitungswasser spielt, welche Hausmittel Sie sich sparen können und wo der Strauß in der Heizperiode am besten steht.
Frische Blumen, von Hand gebunden und bis an die Tür geliefert.
Blumen jetzt bestellenDie ersten zehn Minuten nach der Lieferung
Ein gelieferter Strauß war einige Zeit unterwegs. Je schneller er wieder an frisches Wasser kommt, desto besser. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:
- Am Spülbecken auspacken. Viele Sträuße kommen mit einem Wasserdepot, einem Beutel mit Wasser oder Gel um die Stiele. Öffnen Sie ihn über dem Becken, damit nichts auf Tisch oder Teppich läuft.
- Die Bindestelle in Ruhe lassen. Gebundene Sträuße sind spiralförmig aufgebaut und werden nur von der Bindestelle zusammengehalten. Lösen Sie das Band, fällt die Form auseinander.
- Die Vase vorbereiten, bevor Sie schneiden. Spülen Sie die Vase gründlich aus und füllen Sie handwarmes Wasser ein. Als Faustregel sollte die Vase etwa ein Drittel bis die Hälfte so hoch sein wie der Strauß, damit er nicht kippt. Rühren Sie das beigelegte Frischhaltemittel ein und halten Sie sich an die Wassermenge auf dem Beutel. Zu wenig Wasser bedeutet eine Überdosierung, zu viel Wasser eine zu schwache Lösung.
- Mit einem scharfen Messer anschneiden. Zwei bis drei Zentimeter schräg abschneiden. Eine stumpfe Schere quetscht die Leitungsbahnen, durch die der Stiel Wasser aufnimmt. Stellen Sie den Strauß danach sofort ins Wasser.
- Blätter unter der Wasserlinie entfernen. Laub, das im Wasser steht, beginnt zu faulen und trübt das Wasser innerhalb weniger Tage.
Ihr Leitungswasser: Temperatur, Menge und Härte
Die meisten Schnittblumen nehmen handwarmes Wasser schneller auf als eiskaltes. Eine Ausnahme sind Zwiebelblumen wie Tulpen, Narzissen und Hyazinthen, die kühles Wasser bevorzugen. Gerbera stehen am liebsten in nur wenigen Zentimetern Wasser, weil ihre weichen Stiele sonst leicht faulen.
Weniger bekannt ist die Rolle der Wasserhärte. Das Wasser in Deutschland ist je nach Wohnort sehr unterschiedlich. Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz teilt es in drei Härtebereiche ein: weich unter 1,5 Millimol Calciumcarbonat pro Liter (unter 8,4 °dH), mittel von 1,5 bis 2,5 Millimol (8,4 bis 14 °dH) und hart über 2,5 Millimol (über 14 °dH). Ihr Wasserversorger ist verpflichtet, Ihnen den Härtebereich mitzuteilen, Sie finden ihn meist auf dessen Website oder auf der Abrechnung.
Für Schnittblumen ist das relevant, weil sie leicht saures Wasser bevorzugen. Kalkreiches Wasser ist eher basisch. Die Säure im Frischhaltemittel gleicht das aus, deshalb lohnt sich das Mittel gerade in Gegenden mit hartem Wasser. Haben Sie keinen Beutel zur Hand, können Sie sich mit ein paar Tropfen Zitronensaft behelfen. Destilliertes Wasser oder teures Mineralwasser brauchen Sie nicht.
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Preise und Auswahl ansehenHausmittel im Faktencheck
- Kupfermünze: Ein Mythos aus der Zeit, als Münzen noch aus Kupfer waren. Die heutigen 1-, 2- und 5-Cent-Münzen bestehen aus Stahl mit einem dünnen Kupferüberzug und richten im Vasenwasser wenig aus.
- Zucker: Gibt den Blumen zwar Energie, füttert aber auch die Bakterien. Ohne Säure und keimhemmenden Zusatz wird das Wasser schneller trüb. Allein verwendet bringt Zucker deshalb wenig.
- Aspirin, Haarspray und Co.: Diese Tipps tauchen immer wieder auf, verlässliche Belege für eine Wirkung fehlen. Sparen Sie sich die Experimente.
- Frischhaltemittel: Die Mischung aus Zucker, Säure und keimhemmendem Stoff ist genau auf Schnittblumen abgestimmt. Es ist das einzige Mittel auf dieser Liste, dessen Nutzen gut belegt ist.
Der beste Platz in einer deutschen Wohnung
Von Oktober bis April laufen in den meisten Wohnungen die Heizungen, und der Heizkörper sitzt oft genau unter dem Fenster. Die Fensterbank darüber ist deshalb einer der ungünstigsten Plätze für einen Strauß: warm, trocken und tagsüber womöglich in der Sonne. Besser geeignet sind ein Tisch in der Raummitte, eine Kommode im Flur oder ein Sideboard abseits von Fernseher und Kaminofen.
Halten Sie Abstand zur Obstschale. Reifende Äpfel, Bananen und Tomaten geben Ethylen ab, ein Gas, das Blüten schneller altern lässt. Wenn Sie den Strauß über Nacht in einen kühleren Raum wie das Schlafzimmer oder ein ungeheiztes Gästezimmer stellen, verlangsamt sich sein Stoffwechsel, und er hält spürbar länger. Frost verträgt er allerdings nicht, also nicht auf den Balkon im Winter. Im Sommer gilt dasselbe für aufgeheizte Dachgeschosswohnungen: Der kühlste Raum ist der beste.
Pflege Tag für Tag
- Täglich nachfüllen. Ein Strauß kann an warmen Tagen erstaunlich viel trinken. Prüfen Sie den Wasserstand jeden Morgen.
- Alle zwei bis drei Tage komplett erneuern. Altes Wasser weggießen, Vase mit Spülmittel und Flaschenbürste reinigen, damit der glitschige Belag am Glas verschwindet, und frisches Wasser einfüllen.
- Dabei nachschneiden. Ein Zentimeter genügt, um verstopfte Stielenden zu entfernen.
- Verblühtes herausnehmen. Welke Blüten und braune Blätter geben ebenfalls Ethylen ab und belasten das Wasser.
Sonderfälle
Narzissen
Frisch angeschnittene Narzissen geben einen Schleim ab, der anderen Blumen schadet. Stellen Sie sie nach dem Anschneiden einige Stunden, am besten über Nacht, allein in eine Vase. Danach nicht mehr anschneiden, dann vertragen sie sich mit Tulpen und Co.
Tulpen
Tulpen wachsen in der Vase weiter und drehen sich zum Licht. Wenn Sie die Vase jeden Tag ein Stück drehen, bleibt der Strauß gleichmäßiger. Ein gerader Schnitt reicht bei Tulpen völlig aus.
Lilien
Zupfen Sie die Staubbeutel ab, sobald sich die Blüten öffnen. Der Pollen färbt Tischdecken und Kleidung hartnäckig. Ist er doch auf Stoff gelandet, nicht reiben, sondern mit Klebeband abtupfen. Lilien sind für Katzen giftig, mehr dazu im Ratgeber zu giftigen Blumen für Haustiere.
Rosen und Hortensien
Lassen Rosen die Köpfe hängen, sitzt meist Luft im Stiel. Wie Sie sie retten, steht in unserem Ratgeber Rosen lassen Köpfe hängen. Schlappe Hortensien erholen sich oft, wenn Sie den ganzen Blütenkopf für eine Weile in kaltes Wasser tauchen.
Gestecke in Steckschaum
Nehmen Sie die Blumen nicht aus dem Schaum. Gießen Sie stattdessen täglich Wasser nach, bis der Schaum vollgesogen ist. Trocknet er einmal aus, nimmt er Wasser nur noch schlecht auf.
Wie lange einzelne Sorten bei guter Pflege halten, zeigt unser Vergleich Welche Schnittblumen halten am längsten. Tipps zu Bestellung und Lieferung finden Sie im Ratgeber zum Blumenversand.
Häufige Fragen zur Blumenpflege
Hilft eine Kupfermünze im Vasenwasser?
Kaum. Die 1-, 2- und 5-Cent-Münzen bestehen aus Stahl mit einem dünnen Kupferüberzug und geben praktisch keine wirksame Menge Kupfer ab. Ein Beutel Frischhaltemittel, sauberes Wasser und regelmäßiges Nachschneiden bringen deutlich mehr.
Soll ich Zucker ins Vasenwasser geben?
Zucker allein ist keine gute Idee, denn er nährt neben den Blumen auch die Bakterien im Wasser. Frischhaltemittel enthalten deshalb zusätzlich eine Säure und einen keimhemmenden Stoff. Wenn Sie kein Mittel haben, ist häufig gewechseltes, sauberes Wasser die bessere Wahl.
Warmes oder kaltes Wasser für Schnittblumen?
Für die meisten Schnittblumen handwarmes Wasser, weil es schneller aufgenommen wird. Zwiebelblumen wie Tulpen, Narzissen und Hyazinthen mögen es dagegen kühl.
Wie finde ich heraus, wie hart mein Leitungswasser ist?
Ihr örtlicher Wasserversorger muss den Härtebereich angeben, meist steht er auf der Website oder der Jahresabrechnung. Nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz gilt Wasser unter 1,5 Millimol Calciumcarbonat pro Liter als weich und über 2,5 Millimol als hart.
Warum soll ich Narzissen nicht mit anderen Blumen mischen?
Frisch angeschnittene Narzissen geben einen Schleim ab, der anderen Blumen das Wasser verdirbt. Stellen Sie Narzissen nach dem Anschneiden einige Stunden allein in eine Vase und schneiden Sie sie danach nicht mehr an, dann können Sie sie zu anderen Blumen stellen.