Hyazinthen: Frühlingsduft im Glas, im Topf und im Beet

Eine einzige blühende Hyazinthe reicht, um ein Zimmer zu beduften. Kein Wunder, dass sie in Deutschland zu den beliebtesten Zwiebelblumen für die Fensterbank gehört, vom Advent bis weit ins Frühjahr. Wir zeigen, wie Sie Hyazinthen im Glas selbst antreiben, wie Topf und Schnittblume möglichst lange schön bleiben und was Sie mit der Zwiebel nach der Blüte anfangen.

Blauviolette Hyazinthe mit dichtem Blütenstand
Blauviolett
Kräftig pinkfarbene Hyazinthe, Nahaufnahme der sternförmigen Einzelblüten
Kräftiges Pink
Weiße Hyazinthe im Topf
Weiß
Zartrosa Hyazinthe im Freien
Zartrosa

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Eine Zwiebelblume aus dem Orient

Die Gartenhyazinthe (Hyacinthus orientalis) stammt wild aus dem östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien, etwa aus der Türkei, Syrien und dem Libanon. Die Wildform ist eher zierlich, mit locker gestellten, duftenden Glöckchen. Die prallen, dicht gepackten Blütenkolben, die wir heute kennen, sind das Ergebnis jahrhundertelanger Züchtung, vor allem in den Niederlanden rund um Haarlem. Dort war die Hyazinthe im 18. Jahrhundert eine regelrechte Modeblume, für die Liebhaber viel Geld ausgaben.

Mit der Hyazinthe verwandt, aber eine eigene Gattung sind die Traubenhyazinthen (Muscari), die kleinen blauen Kolben, die im April unter Sträuchern und in Rasenflächen auftauchen. Einige Muscari-Arten wachsen in Deutschland auch wild. Diese wilden Vorkommen sind nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und dürfen nicht gepflückt oder ausgegraben werden.

Hyazinthen-Saison in Deutschland

Hyazinthen erleben bei uns zwei Saisons. Die erste beginnt im Spätherbst: Ab November liegen präparierte Zwiebeln für das Hyazinthenglas in Gartencentern, und in der Adventszeit stehen getriebene Topfhyazinthen in fast jedem Supermarkt. Weiße Hyazinthen sind in vielen Haushalten fester Bestandteil von Adventsgestecken und Weihnachtsdekoration. Bis in den März hinein gibt es Töpfe in allen Farben.

Die zweite Saison ist die im Garten. Im Freien blühen Hyazinthen meist im April, in milden Lagen schon Ende März. Gepflanzt werden die Zwiebeln dafür im Herbst, von September bis in den Oktober. Als Schnittblume sind Hyazinthen vor allem zwischen Januar und April im Handel.

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Hyazinthen im Glas antreiben, Schritt für Schritt

Das Hyazinthenglas ist unten bauchig und oben zu einer kleinen Schale geformt, in der die Zwiebel sitzt. Schon im 18. Jahrhundert trieb man Hyazinthen auf diese Weise auf dem Fensterbrett an. Der Reiz liegt darin, dass man die Wurzeln wachsen sieht. So gelingt es:

  1. Zwiebel wählen: Nehmen Sie eine feste, große Zwiebel, am besten als präpariert oder zum Treiben gekennzeichnet. Sie hat die nötige Kälte schon beim Händler bekommen und blüht deutlich früher.
  2. Wasser einfüllen: So viel, dass zwischen Wasserspiegel und Zwiebelboden ein kleiner Spalt bleibt. Die Zwiebel darf das Wasser nicht berühren, sonst fault sie. Die Wurzeln finden den Weg von allein.
  3. Kühl und dunkel stellen: Ein kühler Keller, eine Garage oder ein ungeheizter Raum ist ideal. Wer keinen dunklen Platz hat, stülpt ein Papierhütchen über die Zwiebel.
  4. Geduld haben: Erst wenn das Glas gut durchwurzelt ist und der Trieb einige Zentimeter herausschaut, darf die Hyazinthe ins Helle. Bei nicht präparierten Zwiebeln dauert das mehrere Wochen länger.
  5. Langsam an die Wärme gewöhnen: Zuerst an einen hellen, kühlen Platz, später ins Wohnzimmer. Verdunstetes Wasser nachfüllen, der Abstand zur Zwiebel sollte bleiben.

Nach der Blüte im Glas ist die Zwiebel meist erschöpft. Sie können sie ins Beet setzen, sollten aber keine große Blüte mehr erwarten.

Topfhyazinthen: kühl hält länger

Die Topfhyazinthe aus dem Supermarkt ist nicht wählerisch, verzeiht aber eines nicht: Wärme. Auf der Fensterbank über der Heizung ist die Blüte oft in wenigen Tagen vorbei, der Stiel wird lang und weich, und der schwere Kopf kippt zur Seite. Ein heller Platz in einem kühlen Raum, etwa im Treppenhaus oder Schlafzimmer, verlängert die Freude spürbar. Kaufen Sie Töpfe, deren Knospen gerade Farbe zeigen, aber noch geschlossen sind.

  • Gießen Sie über den Untersetzer oder an den Topfrand, nicht in die Blattrosette. Stehendes Wasser zwischen den Blättern fördert Fäulnis.
  • Überschüssiges Wasser im Übertopf nach einer Viertelstunde abgießen.
  • Kippende Blütenstände mit einem dünnen Holzstab stützen, den Sie vorsichtig neben der Zwiebel in die Erde stecken.
  • Mehrere Zwiebeln dicht nebeneinander in einer Schale stützen sich gegenseitig und sehen üppiger aus.

Hyazinthen als Schnittblume

Hyazinthen haben dicke, fleischige Stiele, die Sie mit einem scharfen Messer statt mit der Schere anschneiden sollten, damit sie nicht gequetscht werden. Wählen Sie eine eher schmale, standfeste Vase, die den schweren Köpfen Halt gibt. Wie Narzissen geben Hyazinthen nach dem Anschnitt Pflanzensaft ins Wasser ab. Für einen gemischten Strauß stellen Sie sie deshalb zunächst einige Stunden allein, danach dürfen sie zu Tulpen und Zweigen. Wechseln Sie das Wasser alle ein bis zwei Tage. Kühl gestellt halten sie gut eine Woche. Wie Sie Narzissen richtig vorbereiten, lesen Sie im Ratgeber Narzissen und Osterglocken.

Hyazinthen auf einen Blick

MerkmalKurz gesagt
Botanischer NameHyacinthus orientalis
Wilde HeimatÖstlicher Mittelmeerraum, Vorderasien
Topfhyazinthen im Handeletwa November bis März
Blüte im Gartenmeist April
PflanzzeitSeptember bis Oktober
Haltbarkeit als Schnittblumegut eine Woche, kühl gestellt
Giftigja, besonders die Zwiebel

Nach der Blüte: ab in den Garten

Eine verblühte Topfhyazinthe muss nicht in den Biomüll. Schneiden Sie nur den verwelkten Blütenstand ab und lassen Sie die Blätter weiterwachsen, bis sie gelb werden. In dieser Zeit sammelt die Zwiebel Reserven. Danach können Sie sie trocken und luftig bis zum Herbst lagern oder gleich ins Beet setzen, etwa 15 Zentimeter tief in durchlässige Erde an einem sonnigen Platz. In den Folgejahren blüht sie meist wieder, die Blütenstände werden aber lockerer und kleiner. Viele finden diese natürlichere Form sogar hübscher als den kompakten Kolben aus der Gärtnerei.

Beim Pflanzen und Umtopfen sind Handschuhe sinnvoll. Die Zwiebelschalen enthalten Calciumoxalat-Kristalle, die bei empfindlicher Haut Juckreiz und Rötungen auslösen können.

Hyazinthen und Haustiere

Hyazinthen gelten für Katzen und Hunde als giftig. Am meisten Giftstoffe stecken in der Zwiebel, aber auch Blätter und Blüten können Maul und Magen reizen und zu Speicheln, Erbrechen oder Durchfall führen. Hunde, die im Garten buddeln, sind ebenso gefährdet wie Katzen, die an der Fensterbank knabbern. Stellen Sie Gläser und Töpfe außer Reichweite und lagern Sie Zwiebeln verschlossen. Weitere Pflanzen, bei denen Vorsicht geboten ist, finden Sie in unserem Ratgeber Giftige Blumen für Haustiere.

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Mehr über einzelne Farben finden Sie im Blumenlexikon, zum Beispiel bei der klassischen Hyazinthe und der weißen Hyazinthe. Für jeden Strauß nützlich sind außerdem unsere Pflegetipps.

Häufige Fragen zu Hyazinthen

Was sind präparierte Hyazinthenzwiebeln?
Das sind Zwiebeln, die schon vor dem Verkauf eine künstliche Kältephase erhalten haben. Sie blühen dadurch früher, oft schon um Weihnachten, und eignen sich besonders für das Hyazinthenglas. Achten Sie beim Kauf im Herbst auf den Hinweis präpariert oder zum Treiben.
Warum kippt meine Hyazinthe im Topf um?
Meist steht sie zu warm. Bei Zimmertemperatur strecken sich Stiel und Blütenstand schnell, und der schwere Kopf wird kopflastig. Ein kühler, heller Platz hält die Pflanze kompakter. Wenn sie schon kippt, hilft ein dünner Holzstab, den Sie neben der Zwiebel in die Erde stecken.
Kann ich eine verblühte Topfhyazinthe in den Garten pflanzen?
Ja. Lassen Sie die Blätter nach der Blüte weiter wachsen und gießen Sie sparsam, bis sie gelb werden. Im Herbst setzen Sie die Zwiebel etwa 15 Zentimeter tief ins Beet. Sie blüht dort in den Folgejahren meist wieder, allerdings mit lockereren, kleineren Blütenständen.
Sind Hyazinthen giftig für Katzen?
Ja, Hyazinthen gelten für Katzen und Hunde als giftig, vor allem die Zwiebel. Sie enthält unter anderem Calciumoxalat, das Maul und Magen reizt. Stellen Sie Töpfe und Gläser außer Reichweite und lassen Sie Tiere nicht an gelagerten Zwiebeln knabbern. Bei Verdacht die Tierarztpraxis anrufen.

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