Purpurglöckchen: die Blattstaude für Beet, Kübel und Herbstschale

Ehrlich gesagt: Ein Purpurglöckchen kauft man nicht wegen der Blüten. Die Heuchera ist eine Blattschmuckstaude, deren Laub in Weinrot, Bernstein, Silber oder Limettengrün über viele Monate Farbe ins Beet und in Pflanzgefäße bringt, auch dann, wenn sonst kaum noch etwas blüht. Wir erklären, wo sie sich wohlfühlt, wie sie durch den Winter kommt und welche Probleme Sie kennen sollten.

Purpurglöckchen mit dunkelvioletten, gewellten Blättern
Dunkles Purpurlaub
Purpurglöckchen mit weinroten, glänzenden Blättern
Weinrot
Rosébraune Blätter eines Purpurglöckchens in Nahaufnahme
Rosébraun
Hellblättriges Purpurglöckchen im Beet
Helle Sorte

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Was für eine Pflanze ist das Purpurglöckchen?

Purpurglöckchen (Heuchera) gehören zu den Steinbrechgewächsen und stammen aus Nordamerika, wo die Wildarten in Wäldern, an Felsen und in Gebirgen wachsen. Der deutsche Name passt eigentlich nur zu einer Art, dem Blut-Purpurglöckchen (H. sanguinea), das an dünnen Stielen kleine rote Glöckchen trägt. Die meisten Pflanzen, die heute in Gärtnereien stehen, sind dagegen Hybriden, die wegen ihres Laubs gezüchtet wurden.

Den Anstoß dazu gab die Sorte 'Palace Purple' mit bronze- bis purpurfarbenen Blättern. Sie kam um 1980 in den Handel und wurde 1991 von der amerikanischen Perennial Plant Association zur Staude des Jahres gekürt. Seitdem sind Hunderte Sorten in allen denkbaren Blattfarben entstanden. Eine nahe Verwandte ist die Schaumblüte (Tiarella), aus der Kreuzung beider stammt die Gattungshybride ×Heucherella.

Die Blüten erscheinen je nach Sorte zwischen Mai und August als lockere Rispen mit winzigen Glöckchen in Weiß, Rosa oder Rot. Sie sind zierlich und werden gern von Hummeln und Bienen besucht, bleiben aber Nebensache.

Standort: die Blattfarbe entscheidet

Das wichtigste Pflegegeheimnis ist der richtige Platz, und der hängt von der Laubfarbe ab:

  • Dunkelrote und purpurne Sorten vertragen am meisten Licht. Mit ausreichend Feuchtigkeit stehen sie auch in der Sonne, im Halbschatten färben sie aber oft intensiver.
  • Gelbe, orange und limettengrüne Sorten bekommen in praller Mittagssonne schnell braune Brandflecken. Sie gehören in den lichten Schatten, wo sie dunkle Ecken regelrecht aufhellen.
  • Silbrig gezeichnete Sorten sind meist robust und vertragen Halbschatten bis leichte Sonne.

Der Boden sollte humos und locker sein und Feuchtigkeit halten, ohne nass zu werden. Staunässe verträgt die Heuchera nicht, im Winter noch weniger als im Sommer. In schweren Lehmböden hilft es, beim Pflanzen Kompost und etwas Sand einzuarbeiten oder leicht erhöht zu pflanzen.

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Der Klassiker im Herbst: Balkonkasten und Grabschale

Im Herbst haben Purpurglöckchen in Deutschland Hochsaison. Wenn die Sommerblumen abgeräumt werden, kommen sie zusammen mit Heidekraut, Gräsern, Stiefmütterchen und Alpenveilchen in Balkonkästen und Schalen. Weil viele Sorten wintergrün sind, halten solche Pflanzungen bis ins Frühjahr hinein. Besonders beliebt sind sie in der Grabbepflanzung rund um Allerheiligen und Totensonntag: Die dunklen Blätter wirken ruhig und würdevoll, und die Pflanze kommt mit wenig Pflege aus. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Blumen zu Allerheiligen und bei den Herbstblumen.

Damit die Herbstschale den Winter übersteht, braucht sie zwei Dinge. Erstens ein Abzugsloch, denn ein Gefäß, in dem sich Regenwasser sammelt, lässt die Wurzeln faulen. Zweitens Wasser an frostfreien Tagen: Wintergrünes Laub verdunstet auch bei Kälte, und bei gefrorenem Boden kann die Pflanze nichts nachziehen. Viele vermeintliche Frostschäden sind in Wahrheit vertrocknete Pflanzen. Kästen und Kübel stehen am besten geschützt an einer Hauswand.

Pflege im Gartenjahr

  • Frühjahr: Unansehnliche, eingetrocknete Blätter abzupfen. Pflanzen, die sich aus dem Boden geschoben haben, wieder andrücken oder etwas tiefer setzen.
  • Sommer: Bei Trockenheit durchdringend gießen, möglichst morgens und auf den Boden statt über die Blätter. Verblühte Blütenstiele abschneiden, damit die Pflanze kompakt bleibt.
  • Herbst: Gute Zeit zum Pflanzen. Eine dünne Schicht Kompost oder Laub um die Pflanze schützt die Wurzeln.
  • Alle paar Jahre: Der Wurzelstock verholzt und wächst nach oben, die Mitte wird kahl. Dann im Frühjahr ausgraben, in kräftige Teilstücke mit Blattschopf zerlegen und neu einpflanzen.

Der Dickmaulrüssler: Feind Nummer eins

Wenn ein Purpurglöckchen plötzlich welkt, obwohl die Erde feucht ist, oder sich ohne Widerstand aus dem Boden ziehen lässt, steckt oft der Gefurchte Dickmaulrüssler dahinter. Die nachtaktiven Käfer fressen halbrunde Buchten in die Blattränder, was vor allem unschön aussieht. Den eigentlichen Schaden richten die weißlichen, gekrümmten Larven an, die im Boden die Wurzeln abfressen. Betroffen sind besonders Topf- und Kübelpflanzen. Gut wirksam gegen die Larven sind spezielle Nematoden, die es im Gartenfachhandel gibt und die mit dem Gießwasser ausgebracht werden. Sie brauchen feuchten und ausreichend warmen Boden, deshalb sind Frühjahr und Spätsommer die üblichen Termine. Halten Sie sich an die Temperaturangaben auf der Packung.

Purpurglöckchen in der Vase?

Als klassische Schnittblume taugt die Heuchera nicht, und im Blumenladen finden Sie sie meist als Topfpflanze. Im eigenen Garten lohnt es sich trotzdem, ein paar Blätter oder Blütenstiele zu schneiden. Einzelne farbige Blätter geben kleinen Gartensträußen einen dunklen oder hellen Akzent, die zarten Blütenrispen wirken in einer schmalen Vase oder einem Glasfläschchen auf dem Tisch. Schneiden Sie früh am Morgen und stellen Sie die Stiele sofort ins Wasser.

Purpurglöckchen auf einen Blick

MerkmalKurz gesagt
Botanischer NameHeuchera, Steinbrechgewächse
HerkunftNordamerika
PflanzentypStaude, meist wintergrün
BlüteMai bis August, je nach Sorte
StandortHalbschatten, dunkle Sorten auch sonniger
HauptschädlingDickmaulrüssler
Haustierelaut ASPCA ungiftig für Hund und Katze

Sorten nach Farbe

  • Purpur bis fast Schwarz: 'Palace Purple' als Urahn der Blattsorten, dazu dunklere Züchtungen wie 'Plum Pudding' mit pflaumenfarbenem, silbrig überhauchtem Laub.
  • Orange und Bernstein: 'Marmalade' mit gewellten Blättern in Bernstein- bis Rottönen und pinkfarbener Blattunterseite. Schön zu Gräsern und Herbstastern.
  • Silber: 'Silver Scrolls' mit silbrigen Blättern und dunkler Aderung, ein guter Kontrast zu dunklem Laub.
  • Mit auffälliger Blüte: 'Paris' bleibt kompakt und bringt über lange Zeit rosarote Blütenrispen über silbrig-grünem Laub.
  • Die Wildform zum Blühen: Das Blut-Purpurglöckchen (H. sanguinea) und seine Sorten haben schlichtes grünes Laub, dafür die leuchtend roten Glöckchen, denen die Gattung ihren deutschen Namen verdankt.
Hinweis für Tierhalter: Nach der Giftpflanzenliste der amerikanischen Tierschutzorganisation ASPCA gilt das Purpurglöckchen für Hunde, Katzen und Pferde als ungiftig. Wie bei jeder Pflanze kann das Fressen größerer Mengen trotzdem den Magen verstimmen. Wichtiger ist der Blick auf die Nachbarn in der Schale: Alpenveilchen und manche andere Herbst- und Winterpflanzen sind für Tiere giftig. Einen Überblick gibt unser Ratgeber Giftige Blumen für Haustiere.

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Im Blumenlexikon finden Sie Steckbriefe einzelner Farbformen, etwa das klassische Purpurglöckchen oder das rote Purpurglöckchen.

Häufige Fragen zu Purpurglöckchen

Sind Purpurglöckchen winterhart?
Ja, im Gartenboden überstehen sie deutsche Winter in der Regel problemlos, und viele Sorten behalten ihr Laub. Kritischer ist der Topf oder Balkonkasten, weil der Wurzelballen dort durchfrieren kann. Stellen Sie Gefäße geschützt an die Hauswand und gießen Sie an frostfreien Tagen ein wenig, denn das wintergrüne Laub verdunstet auch im Winter Wasser.
Warum haben die Blätter meines Purpurglöckchens Fraßspuren am Rand?
Halbrunde Buchten am Blattrand sind ein typisches Zeichen für den Dickmaulrüssler. Gefährlicher als der nachtaktive Käfer sind seine Larven, die im Boden die Wurzeln fressen. Welkt die Pflanze trotz feuchter Erde oder lässt sie sich leicht herausziehen, sollten Sie die Wurzeln kontrollieren. Gegen die Larven helfen im Handel erhältliche Nematoden, die mit dem Gießwasser ausgebracht werden.
Warum schiebt sich mein Purpurglöckchen aus der Erde?
Purpurglöckchen bilden mit den Jahren einen verholzenden Wurzelstock, der langsam nach oben wächst. Frost kann ihn zusätzlich anheben. Drücken Sie die Pflanze im Frühjahr wieder an oder setzen Sie sie etwas tiefer. Wird der Stock lang und kahl, teilen Sie die Pflanze im Frühjahr und setzen die jungen Teilstücke neu.
Ist das Purpurglöckchen giftig für Katzen und Hunde?
Nach der Giftpflanzenliste der amerikanischen Tierschutzorganisation ASPCA gilt Heuchera für Hunde, Katzen und Pferde als ungiftig. Wie bei jeder Pflanze kann es nach dem Fressen größerer Mengen trotzdem zu Magenverstimmungen kommen. In gemischten Schalen sollten Sie vor allem die Nachbarpflanzen prüfen.

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