Sonnenblumen im Garten und in der Vase: Aussaat, Sorten, Pflege
Ein Samenkorn im Mai, eine Blüte größer als ein Teller im August: Die Sonnenblume (Helianthus annuus) ist die vielleicht dankbarste Sommerblume für Gärten in Deutschland. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann sie gesät wird, welche Sorten sich wofür eignen und wie ein Sonnenblumenstrauß nicht schon nach drei Tagen schlappmacht.
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Der Name verspricht es, und bei jungen Pflanzen stimmt es auch: Bis kurz vor der Blüte drehen sie ihre Triebspitze tagsüber von Ost nach West und schwenken in der Nacht wieder zurück. Möglich macht das ungleiches Wachstum, die eine Stängelseite streckt sich am Tag, die andere nachts. Forscher der University of California, Davis, haben 2016 in der Fachzeitschrift Science gezeigt, dass eine innere Uhr diese Bewegung steuert.
Sobald die Blüte geöffnet ist, endet die Wanderung. Ausgewachsene Sonnenblumen bleiben dann fast alle nach Osten gerichtet. Das hat einen Vorteil: Morgens erwärmt die Sonne den Blütenkopf schneller, und warme Blüten werden laut derselben Studie deutlich häufiger von Bienen besucht. Für Ihren Garten heißt das: Pflanzen Sie Sonnenblumen so, dass Sie von Westen auf das Beet schauen, sonst sehen Sie im August vor allem Rückseiten.
Aussaat und Pflege in deutschen Gärten
- Zeitpunkt: Direkt ins Beet ab Mitte Mai, wenn nach den Eisheiligen keine Nachtfröste mehr drohen. Vorziehen auf der Fensterbank ist ab Mitte April möglich, am besten einzeln in Töpfen, weil Sonnenblumen ungern umgepflanzt werden.
- Saattiefe und Abstand: etwa zwei bis drei Zentimeter tief. Hohe Sorten brauchen nach dem Vereinzeln rund 40 bis 50 Zentimeter Platz zur Seite.
- Schnecken: Der größte Feind sind nicht Krankheiten, sondern Nacktschnecken, die Keimlinge über Nacht abfressen. Vorgezogene, kräftige Jungpflanzen haben bessere Chancen.
- Nahrung und Wasser: Sonnenblumen sind Starkzehrer. Kompost bei der Pflanzung und regelmäßiges Gießen in Trockenphasen sorgen für große Blüten.
- Standfestigkeit: Riesensorten an einen Pfahl binden, sonst knicken sie beim ersten Sommergewitter.
- Gestaffelt säen: Wer alle zwei bis drei Wochen bis Ende Juni nachsät, hat bis in den Herbst hinein Blüten.
Lassen Sie im Herbst ruhig ein paar Köpfe stehen. Meisen und Finken holen sich die Kerne, und die Fruchtstände sehen auch im Raureif noch schön aus.
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Preise und Auswahl ansehenWelche Sorte wofür?
Bei Sonnenblumen ist die Sortenwahl wichtiger als bei vielen anderen Blumen, denn eine Riesensorte für den Zaun ist in der Vase unbrauchbar und umgekehrt.
- Pollenfreie Schnittsorten wie die ‚ProCut‘-Reihe: ein Stiel, eine Blüte, kein gelber Blütenstaub auf Tischdecke und Möbeln. Viele Sonnenblumen aus dem Blumenhandel gehören zu solchen Sorten.
- Verzweigte Sorten wie ‚Italian White‘ mit cremeweißen Blüten oder ‚Valentine‘ in Zitronengelb tragen viele kleinere Blüten nacheinander, ideal zum regelmäßigen Schneiden im eigenen Garten.
- Dunkle Sorten wie ‚Velvet Queen‘ oder ‚Moulin Rouge‘ in Weinrot bis Rostbraun passen gut in Herbststräuße.
- Gefüllte Zwergsorten wie ‚Teddy Bear‘ bleiben niedrig, haben puschelige Blüten und eignen sich für Kübel auf Balkon und Terrasse.
- Riesensorten für die Gartenhecke: Ein Hobbygärtner aus Kaarst am Niederrhein, Hans-Peter Schiffer, hält mit einer Sonnenblume von über neun Metern den Guinness-Weltrekord für die höchste Sonnenblume, gezogen im eigenen Garten.
So hält der Sonnenblumenstrauß länger
Sonnenblumen sind robust, haben in der Vase aber zwei Schwächen: Ihr schwerer Kopf knickt leicht ab, und die behaarten Stiele lassen das Wasser schnell trüb werden. So beugen Sie vor:
- Morgens schneiden, wenn die Blüte gerade aufgeht und die Pflanze voll Wasser ist. Im Garten erst schneiden, wenn sich die äußeren Zungenblüten anheben.
- Großzügig entblättern. Die großen Blätter verdunsten viel Wasser, nur zwei, drei oben am Stiel stehen lassen.
- Eine schwere, hohe Vase wählen, damit der Strauß nicht kippt und die Köpfe gestützt werden.
- Alle zwei Tage Wasser komplett wechseln und dabei die Stiele um ein bis zwei Zentimeter kürzen.
- Kühl stellen, nicht in die Mittagssonne am Fenster, so ironisch das klingt.
Gut gepflegt halten Sonnenblumen in der Regel etwa eine Woche, oft auch länger. Schöne Begleiter im Strauß sind Rittersporn, Kornblumen, Gräser und Hagebuttenzweige. Für den Herbst passen sie gut zu Dahlien, mehr Ideen finden Sie in unserem Ratgeber zu Herbstblumen.
Vom Präriefeld nach Europa und in die Pinakothek
Die Sonnenblume stammt aus Nordamerika, wo sie lange vor der Ankunft der Europäer als Nahrungspflanze angebaut wurde. Im 16. Jahrhundert kam sie nach Europa, zunächst als Kuriosität für botanische Gärten, später als Ölpflanze. Berühmt gemacht hat sie in der Kunst Vincent van Gogh, der 1888 und 1889 in Arles eine ganze Serie von Sonnenblumen-Stillleben malte. Eine Fassung davon gehört zu den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München und zählt zur Sammlung der Neuen Pinakothek.
Als Geschenk steht die Sonnenblume für gute Laune, Zuversicht und Bewunderung. Sie ist eine gute Wahl, wenn ein Strauß fröhlich und unkompliziert wirken soll, etwa zum Geburtstag, als Glückwunsch zum Abschluss oder als Genesungsgruß. Weitere Bedeutungen finden Sie in unserem Ratgeber zur Blumensprache.
Sonnenblume auf einen Blick
| Eigenschaft | Information |
|---|---|
| Botanischer Name | Helianthus annuus, einjährig |
| Aussaat im Freien | ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) |
| Blütezeit | etwa Juli bis September |
| Ausrichtung der Blüte | überwiegend nach Osten |
| Vase | etwa eine Woche, Wasser oft wechseln |
| Für Katzen und Hunde | gilt als ungiftig |
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Strauß wählen →Allgemeine Tipps für jeden Strauß finden Sie in unseren Pflegetipps, mehr zur einzelnen Blüte auf der Seite Sonnenblume klassisch.