Die Farben des Fingerhuts
Der Rote Fingerhut blüht meist purpurrot, hellrosa und weiße Pflanzen kommen aber auch in der Natur vor. In Gärten gibt es zudem gelbe und aprikosenfarbene Sorten. Innen in den Glocken sitzen dunkle Flecken, die Bestäubern den Weg weisen. Hellrosa Sorten gibt es in mehreren Serien. Die Serie 'Camelot' führt zum Beispiel eine rosa Sorte.
Eine weitere Gruppe sind die 'Excelsior'-Hybriden, bei denen die Glocken rundum an der Spindel sitzen.
Eine zweijährige Pflanze
- Im ersten Jahr entsteht nur eine Blattrosette, die flach am Boden überwintert.
- Im zweiten Jahr wächst ein Blütenstängel, die untersten Blüten öffnen sich zuerst.
- Nach der Blüte stirbt die Pflanze meist ab, sie bildet jedoch tausende Samen, aus denen in der Nähe neue Pflanzen aufgehen.
Fingerhut steht gern im Halbschatten auf frischem, durchlässigem Boden. Rosa Sorten passen nach hinten ins Staudenbeet oder in einen Waldgarten, wo die hohe Blüte aus der Ferne zu sehen ist. Hummeln kriechen bis tief in die Blüte und bringen so viele Bestäuber in den Garten.
Gefährlich giftig
Alle Teile sind für Menschen und Tiere giftig, auch Blätter, Blüten und Samen. Die Pflanze enthält Herzglykoside wie Digitoxin und Digoxin. Eine Vergiftung kann den Puls verlangsamen und Übelkeit, Erbrechen und Herzrhythmusstörungen auslösen, im schlimmsten Fall einen Herzstillstand. Die ASPCA nennt für Hunde, Katzen und Pferde unter anderem Herzrhythmusstörungen, Durchfall und Herzversagen.
Pflanzen Sie Fingerhut nicht dorthin, wo kleine Kinder oder Haustiere spielen.
Vom Gift zur Arznei
Der englische Arzt William Withering beschrieb im 18. Jahrhundert die Wirkung bei Herzschwäche und Wasseransammlungen. Herzglykoside aus Digitalis-Arten werden bis in die Gegenwart als Arzneimittel genutzt. Selbst etwas mit der Pflanze zuzubereiten ist lebensgefährlich, weil wirksame und tödliche Dosis nah beieinanderliegen.