Dahlien: Pflanzen, Überwintern, Schneiden und Sorten

Dahlien blühen dann am üppigsten, wenn die meisten Sommerblumen schon schlappmachen: von Juli bis zum ersten Frost. Weil sie aus dem Hochland Mexikos stammen, vertragen sie keinen Frost und müssen in Deutschland jeden Herbst aus der Erde. Dieser Ratgeber begleitet Sie durch das Dahlienjahr, von der Knolle im Keller bis zum Strauß auf dem Tisch.

Voll aufgeblühte Dahlie mit dicht gestaffelten Blütenblättern
Gefüllt
Leuchtend rote Dahlie im Spätsommer
Rot
Rosa Dahlienblüte aus der Nähe mit regelmäßig angeordneten Blütenblättern
Rosa
Dahlie in warmen Herbstfarben
Herbstfarben

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Georgine, Dahlie und eine Stadt in Thüringen

Wer ältere Gartenbücher liest oder mit Großeltern über Blumen spricht, hört oft noch den Namen Georgine. Der Berliner Botaniker Carl Ludwig Willdenow benannte die Pflanze nach dem Naturforscher Johann Gottlieb Georgi, der in Russland forschte. Durchgesetzt hat sich später der Name Dahlie, nach dem schwedischen Botaniker Anders Dahl. In ihrer Heimat Mexiko ist die Dahlie seit 1963 Nationalblume.

In Deutschland hat die Dahlienzucht eine lange Tradition. Bad Köstritz in Ostthüringen nennt sich bis heute Dahlienstadt: Dort gründete Christian Deegen in den 1820er-Jahren eine Gärtnerei und gilt als Begründer der deutschen Dahlienzucht. Bis heute wird dort Dahlienzucht betrieben.

Dahlien sehen: drei lohnende Ziele

  • Dahliengarten im Altonaer Volkspark, Hamburg: 1920 erstmals bepflanzt und nach Angaben der Stadt der älteste noch bestehende Dahliengarten Europas. Mehrere hundert Sorten, Eintritt frei, Blütezeit etwa Juli bis Oktober.
  • Insel Mainau im Bodensee: Jeden Spätsommer bis in den Oktober zeigt die Insel eine große Dahlienschau. Seit 1952 wählen die Besucher dort jedes Jahr ihre Lieblingsdahlie.
  • Bad Köstritz in Thüringen: Die Dahlienstadt hat ein eigenes Dahlienzentrum und feiert ihre Blume im September mit einem Dahlienfest.

Pflanzen und Pflegen durch die Saison

  • Vortreiben im März: Knollen in Töpfe mit Erde setzen und hell und kühl im Haus aufstellen. So blühen sie mehrere Wochen früher.
  • Auspflanzen: Ab Ende April können Knollen fünf bis zehn Zentimeter tief direkt ins Beet. Vorgetriebene Pflanzen mit Grün kommen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai hinaus.
  • Standort: volle Sonne, ein nährstoffreicher, lockerer Boden ohne Staunässe. Stehendes Wasser lässt die Knollen faulen.
  • Schnecken: Junge Dahlientriebe gehören zu den Lieblingsspeisen von Nacktschnecken. Kontrollieren Sie im Mai und Juni regelmäßig, besonders nach Regen.
  • Entspitzen: Wenn die Pflanze drei bis vier Blattpaare hat, die Triebspitze herauskneifen. Sie verzweigt sich dann und bringt mehr Stiele.
  • Stützen: Hohe Sorten schon beim Pflanzen mit einem Stab versehen, später nachträglich eingeschlagen trifft man leicht die Knolle.
  • Verblühtes entfernen: Ein Profitrick zum Unterscheiden: Verblühte Köpfe sind spitz und kegelförmig, neue Knospen dagegen rund. Je fleißiger Sie Verblühtes abschneiden, desto länger blüht die Pflanze.

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Knollen überwintern: Schritt für Schritt

  1. Den ersten Frost abwarten. Er färbt das Laub schwarz und signalisiert der Knolle die Ruhezeit.
  2. Stängel auf etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter kürzen und ein Etikett mit dem Sortennamen anbinden.
  3. Knollen mit der Grabegabel großzügig ausheben, damit die empfindlichen Knollenhälse nicht abbrechen.
  4. Grobe Erde abschütteln und die Knollen einige Tage kopfüber an einem frostfreien, luftigen Ort abtrocknen lassen, damit Wasser aus den hohlen Stängeln ablaufen kann.
  5. Dunkel und kühl bei etwa fünf bis acht Grad lagern, zum Beispiel in einer Holzkiste mit trockenem Sand, Holzspänen oder Zeitungspapier. Ein frostfreier Keller oder eine Garage, in der es nie friert, ist ideal.
  6. Einmal im Monat nachsehen: faulige Stellen herausschneiden, stark geschrumpfte Knollen leicht anfeuchten.

Dahlienklassen und Sorten

Mit Zehntausenden registrierten Sorten ist die Dahlie eine der vielfältigsten Gartenpflanzen. Damit man den Überblick behält, werden Dahlien nach Blütenform in Klassen eingeteilt. Die wichtigsten:

  • Einfache Dahlien: ein Kranz Blütenblätter um eine offene gelbe Mitte, beliebt bei Bienen und Hummeln. Ein Klassiker ist die rote ‚Bishop of Llandaff‘ mit fast schwarzem Laub.
  • Schmuckdahlien: gefüllt mit breiten, flachen Blütenblättern. Großblumige Sorten wie ‚Café au Lait‘ in Creme und Zartrosa sind gefragte Hochzeitsblumen.
  • Kaktus- und Semikaktusdahlien: schmale, eingerollte, spitze Blütenblätter, die an einen Stern erinnern.
  • Ball- und Pompondahlien: fast kugelrunde Blüten mit tütenförmig eingerollten Blütenblättern, die Pompons dabei besonders klein und regelmäßig, zum Beispiel die lilarosa ‚Franz Kafka‘.
  • Seerosen- und Halskrausendahlien: Erstere wirken flach und elegant, Letztere haben einen kurzen zweiten Blütenkranz um die Mitte.

Für die Vase eignen sich Ball-, Pompon- und Seerosendahlien besonders, weil sie feste Stiele haben und vergleichsweise gut halten.

Dahlien in der Vase

Dahlien sind keine Dauerläufer, belohnen gute Behandlung aber mit etwa vier bis sechs Tagen Pracht. Wichtig ist vor allem der richtige Schnittzeitpunkt.

  1. Blüten erst schneiden, wenn sie fast ganz offen sind. Dahlienknospen öffnen sich in der Vase kaum noch.
  2. Morgens oder abends schneiden, niemals in der Mittagshitze.
  3. Ein bewährter Trick: Die Stielenden für einige Sekunden in heißes, nicht kochendes Wasser halten und dann in kühles Wasser stellen. Das hilft den hohlen Stielen, Wasser aufzunehmen.
  4. Alle Blätter unterhalb der Wasserlinie entfernen und das Wasser täglich wechseln oder mindestens auffüllen.
  5. Die Vase kühl stellen, nicht neben Obst, das Reifegas abgibt.

Dahlien sind eine typische Blume für Herbststräuße und harmonieren mit Astern, Gräsern und Sonnenblumen. Weitere Ideen finden Sie in unserem Ratgeber zu Herbstblumen. Auch für Gestecke zu Allerheiligen werden späte Dahlien gern verwendet, solange noch kein Frost war.

Dahlie auf einen Blick

EigenschaftInformation
Botanischer NameDahlia, alter deutscher Name Georgine
HerkunftMexiko und Mittelamerika
Blütezeit in Deutschlandetwa Juli bis zum ersten Frost
Winterhartnein, Knollen frostfrei bei ca. 5-8 °C lagern
Vaseetwa 4-6 Tage, fast offen schneiden
Für Katzen und Hundeleicht giftig

Was einzelne Farben bedeuten, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Blumensprache, mehr zur Blüte selbst auf der Seite Dahlie klassisch.

⚠️ Achtung, leicht giftig für Haustiere: Dahlien können bei Katzen und Hunden milde Magen-Darm-Beschwerden und Hautreizungen verursachen. Lagern Sie die Knollen im Winter so, dass neugierige Hunde nicht herankommen, und stellen Sie Sträuße außer Reichweite. Weitere Pflanzen finden Sie in unserer Übersicht giftige Blumen für Haustiere.

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Allgemeine Tipps, mit denen jeder Strauß länger hält, finden Sie in unseren Pflegetipps.

Häufige Fragen zur Dahlie

Wann grabe ich Dahlienknollen aus und wie lagere ich sie?
Warten Sie den ersten Frost ab, der das Laub schwarz werden lässt. Dann die Stängel auf etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter kürzen, die Knollen vorsichtig ausgraben, grobe Erde abschütteln und einige Tage kopfüber abtrocknen lassen. Lagern Sie sie dunkel, kühl und frostfrei bei etwa fünf bis acht Grad, zum Beispiel in einer Kiste mit trockenem Sand oder Zeitungspapier, und kontrollieren Sie den Winter über auf Fäulnis.
Wann pflanze ich Dahlien in Deutschland?
Die Knollen können ab Ende April etwa fünf bis zehn Zentimeter tief in die Erde, weil sie dort vor leichtem Frost geschützt sind. Die jungen Triebe sind aber frostempfindlich, deshalb sollten sie erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ungeschützt im Freien stehen. Wer früher Blüten möchte, treibt die Knollen ab März in Töpfen im Haus vor.
Wann schneide ich Dahlien für die Vase?
Wenn die Blüte schon fast ganz geöffnet ist. Anders als viele Blumen öffnen sich Dahlienknospen nach dem Schnitt kaum noch. Schneiden Sie morgens oder abends, nicht in der Mittagshitze, und stellen Sie die Stiele sofort ins Wasser.
Sind Dahlien giftig für Katzen und Hunde?
Dahlien gelten als leicht giftig für Katzen und Hunde. Möglich sind milde Magen-Darm-Beschwerden und Hautreizungen. Gefährliche Vergiftungen sind nicht bekannt, trotzdem sollten Tiere nicht an Strauß oder Knollen knabbern.

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