Iris und Schwertlilien: von der Vase bis ans Bachufer
Im Blumenladen heißt sie Iris, im Pflanzenbuch Schwertlilie, nach ihren schmalen, schwertförmigen Blättern. Hinter beiden Namen steckt eine große Gattung mit sehr unterschiedlichen Vertretern: die schlanke Schnitt-Iris aus der Zwiebel, die üppige Bart-Iris im Staudenbeet und gelbe Wildarten, die an deutschen Gräben und Teichen blühen. Hier lesen Sie, wie Sie mit jeder davon umgehen.
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Blumen jetzt bestellenSo ist eine Irisblüte gebaut
Wer eine Iris genauer anschaut, entdeckt einen ungewöhnlichen Aufbau. Jede Blüte hat drei äußere Blütenblätter, die nach unten hängen und im Englischen falls heißen, und drei innere, die aufrecht stehen, die standards. Bei der Bart-Iris tragen die Hängeblätter in der Mitte einen pelzigen Streifen, den Bart, der Hummeln den Weg zum Nektar weist. Die Griffeläste sind zu blütenblattartigen Lappen verbreitert. Dieser dreigeteilte Bau ist das, was im Wappenzeichen der Lilie, der französischen fleur-de-lis, stilisiert sein soll. Viele Historiker halten eine Iris, wahrscheinlich die gelbe Sumpf-Schwertlilie, für das eigentliche Vorbild.
Die Iris aus dem Blumenladen
Die Iris im Strauß ist fast immer eine Holländische Iris (Iris × hollandica). Sie wächst nicht aus einem Rhizom, sondern aus einer Zwiebel und ist eine Kreuzung aus Arten von der Iberischen Halbinsel und aus Nordafrika, entstanden in einer Zwiebelgärtnerei im niederländischen Haarlem. Weil die Zwiebeln sich gut steuern lassen, gibt es sie fast das ganze Jahr, am häufigsten in Blauviolett, dazu Weiß, Gelb und zweifarbige Sorten.
Schnitt-Iris haben eine eher kurze Vasenzeit, entfalten sich dafür aber sehr schnell. Damit Sie möglichst viel davon haben:
- Im richtigen Moment kaufen: An der Spitze der geschlossenen Knospe sollte ein schmaler Farbstreifen zu sehen sein. Ganz grüne Knospen öffnen sich oft nicht mehr, offene Blüten sind schon halb vorbei.
- Frisch anschneiden: Ein, zwei Zentimeter mit einem scharfen Messer schräg kürzen, Blätter unterhalb der Wasserlinie entfernen.
- Kühl stellen: In warmen Räumen sind Irisblüten erstaunlich schnell vorbei. Ein kühler Platz ohne direkte Sonne verlängert ihre Zeit spürbar.
- Wasser oft erneuern: Alle ein bis zwei Tage frisches Wasser, dabei den Anschnitt auffrischen.
Iris passen wunderbar zu gelben Frühlingsblumen: Blau und Gelb sind Komplementärfarben, deshalb leuchtet ein Strauß aus Iris und Narzissen oder Tulpen besonders. Wenn Sie Narzissen dazunehmen, beachten Sie die Hinweise zum Narzissenschleim in unserem Narzissen-Ratgeber. Welche Blumen deutlich länger halten, verrät der Überblick Welche Schnittblumen halten am längsten?
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Bart-Iris (meist Hybriden, oft unter dem Namen Iris germanica verkauft) sind die Prachtstauden des Frühsommers und blühen im Mai und Juni. Sie wollen volle Sonne und durchlässigen, eher trockenen Boden. Der häufigste Fehler ist zu tiefes Pflanzen: Das Rhizom gehört so flach in die Erde, dass seine Oberseite noch zu sehen ist und von der Sonne gewärmt wird. Nach einigen Jahren verkahlt die Mitte des Horstes. Dann wird im Juli oder August, ein paar Wochen nach der Blüte, geteilt: junge Rhizomstücke mit einem Blattfächer abtrennen, Blätter auf etwa eine Handbreit einkürzen und neu setzen.
Sibirische Iris (I. sibirica) ist das Gegenteil: Sie mag es feucht, bildet dichte, grasartige Horste und blüht im Juni mit zierlichen Blüten. Sie ist sehr winterhart und kommt auch mit schwerem Boden zurecht.
Zwerg-Iris wie I. reticulata wachsen aus kleinen Zwiebeln und blühen schon im Februar und März, oft zusammen mit Krokussen. Sie eignen sich gut für Töpfe auf Balkon und Terrasse. Die Zwiebeln werden im Herbst gepflanzt.
Sumpf-Iris wie die heimische I. pseudacorus gehören an den Teichrand oder in feuchte Gartenecken. Sie wuchern kräftig und versamen sich, was am kleinen Gartenteich schnell zu viel werden kann.
Wilde Schwertlilien in Deutschland
Die Iris, der man in Deutschland am ehesten in freier Natur begegnet, ist die Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus). Ihre leuchtend gelben Blüten stehen im Mai und Juni an Gräben, Bachufern, Seen und in Erlenbrüchen. Viel seltener ist die Sibirische Schwertlilie mit ihren blauvioletten Blüten. Sie wächst auf wechselfeuchten Streuwiesen und in Niedermooren, etwa am Bodensee und am Oberrhein, steht in Deutschland auf der Roten Liste als gefährdet und wurde 2010 von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres gewählt, um auf den Verlust dieser Wiesen aufmerksam zu machen.
Für alle wild wachsenden Iris-Arten gilt nach der Bundesartenschutzverordnung: Sie sind besonders geschützt und dürfen weder gepflückt noch ausgegraben werden, auch die verbreitete Sumpf-Schwertlilie nicht. Für den Gartenteich gibt es sie aus der Staudengärtnerei.
Iris auf einen Blick
| Typ | Wurzelorgan | Blütezeit | Verwendung |
|---|---|---|---|
| Holländische Iris | Zwiebel | im Handel fast ganzjährig | Schnittblume |
| Bart-Iris | Rhizom | Mai bis Juni | Staudenbeet, sonnig |
| Sibirische Iris | Rhizom | Juni | feuchtes Beet |
| Zwerg-Iris | Zwiebel | Februar bis März | Topf, Steingarten |
| Sumpf-Schwertlilie | Rhizom | Mai bis Juni | Teichrand, wild geschützt |
Veilchenduft aus der Wurzel
Eine Besonderheit der Iris steckt unter der Erde. Aus den Rhizomen der Bleichen Schwertlilie (Iris pallida) und der Florentiner Iris wird die sogenannte Veilchenwurzel gewonnen. Frisch geerntet riecht sie kaum. Erst während einer jahrelangen Trocknung und Lagerung entstehen die Duftstoffe, die Irone, mit ihrem pudrigen, veilchenartigen Geruch. Iris-Extrakt gehört deshalb zu den teuersten Rohstoffen der Parfümerie.
Iris im Haushalt mit Tieren
Iris gilt für Katzen und Hunde als giftig. Die meisten Reizstoffe sitzen im Rhizom und in der Zwiebel, aber auch Blätter und Blüten können beim Anknabbern zu Speicheln, Erbrechen und Durchfall führen. Beim Teilen von Bart-Iris lohnen sich Handschuhe, denn der Saft kann empfindliche Haut reizen. Weitere kritische Pflanzen haben wir im Ratgeber Giftige Blumen für Haustiere zusammengestellt.
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