Lilien richtig auswählen, pflegen und sicher verschenken
Ein einziger Stiel Lilien füllt mit seinem Duft eine ganze Wohnung, und jede Knospe öffnet sich nacheinander zu einer neuen Blüte. Damit das zwei Wochen lang Freude macht und keine orangefarbenen Flecken hinterlässt, kommt es auf ein paar Handgriffe an. Wir zeigen, welche Lilien es im deutschen Blumenhandel gibt, wie Sie sie in der Vase versorgen und wann Sie besser zu einer anderen Blume greifen.
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Blumen jetzt bestellenWoran Sie frische Schnittlilien erkennen
Lilien werden im Blumenhandel das ganze Jahr angeboten, weil sie überwiegend unter Glas kultiviert werden. Im Garten blühen sie dagegen erst im Sommer, je nach Sorte zwischen Juni und August. Beim Kauf lohnt ein genauer Blick:
- Knospen mit Farbe: Ideal ist ein Stiel, an dem höchstens eine Blüte offen ist und die unteren Knospen bereits die spätere Farbe durchscheinen lassen. Ganz grüne, harte Knospen öffnen sich in der Vase oft nicht mehr.
- Viele Knospen pro Stiel: Drei bis fünf Knospen sind bei großblumigen Sorten üblich. Je mehr gesunde Knospen, desto länger blüht der Stiel.
- Sattgrünes Laub: Gelbe oder schlaffe Blätter deuten darauf hin, dass die Lilien schon länger im Kühlraum oder ohne Wasser standen.
- Saubere Blüten: Ist bereits Blütenstaub auf die Blütenblätter gefallen, wurden die Staubgefäße zu spät entfernt. Das zeigt sich später als braune Flecken.
Die Lilientypen im Blumenhandel
Hinter dem Wort „Lilie“ stecken im Handel mehrere Züchtungsgruppen, die sich in Duft, Blütengröße und Haltbarkeit deutlich unterscheiden. Auf dem Etikett oder in der Artikelbeschreibung finden Sie meist eines dieser Kürzel:
- Orientalische Hybriden (Oriental): Riesige, oft nach außen gebogene Blüten mit sehr starkem, süßem Duft. Klassiker sind „Stargazer“ mit pinkfarbenen, gesprenkelten Blüten und die reinweiße „Casa Blanca“.
- Asiatische Hybriden: Kleinere, nach oben gerichtete Blüten in Gelb, Orange, Rot und Pink, fast ohne Duft. Eine gute Wahl, wenn der Strauß in einen Raum kommt, in dem starke Gerüche stören.
- LA-Hybriden: Kreuzungen aus Lilium longiflorum und asiatischen Lilien. Sie haben kräftige Stiele, große Blüten und duften nur dezent.
- OT-Hybriden (Orienpet): Kreuzungen aus orientalischen Lilien und Trompetenlilien. Sie wachsen hoch, duften intensiv und sind auch als Gartenstauden beliebt.
- Longiflorum (Osterlilie): Lange, weiße Trompetenblüten. Im Englischen heißt sie Easter Lily und wird rund um Ostern angeboten, auch hierzulande in Kirchen- und Trauerschmuck.
Lilien auf einen Blick
| Typ | Duft | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Oriental | sehr stark | größte Blüten, Pollen zuverlässig entfernen |
| Asiatisch | kaum | gut für kleine Räume und Büros |
| LA-Hybride | leicht | stabile Stiele, viele Farben |
| OT-Hybride | stark | sehr hoch, eher für große Vasen |
| Longiflorum | mittel | weiße Trompeten, klassisch für Ostern |
Lilien in der Vase: Schritt für Schritt
- Nehmen Sie eine schwere, hohe Vase. Lilienstiele sind kopflastig und kippen in leichten Gefäßen leicht um.
- Füllen Sie sie mit kühlem Leitungswasser und geben Sie das beigelegte Frischhaltemittel dazu.
- Kürzen Sie jeden Stiel mit einem scharfen Messer um zwei bis drei Zentimeter, möglichst schräg. Eine Haushaltsschere quetscht die Leitungsbahnen.
- Zupfen Sie alle Blätter ab, die im Wasser stehen würden. Sie faulen schnell und trüben das Wasser.
- Brechen Sie die Staubbeutel ab, sobald sich eine Blüte öffnet, am besten mit einem Papiertaschentuch.
- Geben Sie alle zwei bis drei Tage frisches Wasser in die Vase und kürzen Sie dabei die Stiele erneut.
- Knipsen Sie verwelkte Blüten direkt am Ansatz ab. So steckt die Pflanze ihre Kraft in die übrigen Knospen.
Lilien reagieren empfindlich auf Ethylen, das reifes Obst abgibt. Stellen Sie den Strauß daher nicht neben die Obstschale und auch nicht auf die Heizung oder in die pralle Mittagssonne. Mehr zu den Unterschieden zwischen Schnittblumen lesen Sie in unserem Ratgeber Welche Schnittblumen halten am längsten?
Blütenstaub: vorbeugen statt schrubben
Der rostrote Pollen der Lilie haftet hartnäckig auf Textilien, Tischdecken und hellen Polstern. Wer die Staubgefäße früh entfernt, hat das Problem gar nicht erst. Die Blüte verliert dadurch nichts von ihrer Wirkung und hält sogar etwas länger, weil sie nicht mehr bestäubt werden kann.
Ist es doch passiert, gilt: auf keinen Fall reiben und nicht mit einem nassen Lappen darübergehen, denn Feuchtigkeit löst den Farbstoff und treibt ihn in die Faser. Schütteln Sie den Stoff aus, nehmen Sie die Reste mit Klebeband auf und legen Sie das Stück danach in die Sonne. Das Licht bleicht verbliebene Spuren häufig aus. Erst dann kommt ein Fleckenmittel oder die Waschmaschine zum Einsatz.
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Preise und Auswahl ansehenWann Lilien passen - und wann eher nicht
Weiße Lilien gehören in Deutschland zu den festen Größen der Trauerfloristik und finden sich häufig in Sarggestecken, Kränzen und Kondolenzsträußen. Hintergrund ist die christliche Bildtradition: Auf vielen Verkündigungsbildern hält der Engel Gabriel eine weiße Lilie in der Hand, die als Zeichen der Reinheit Marias gilt. Diese Pflanze, Lilium candidum, heißt deshalb bis heute Madonnenlilie. Hinweise zu passenden Blumen für einen Abschied finden Sie in unseren Ratgebern zur Beerdigung und zur Kondolenz.
Bei Hochzeiten sind weiße oder zartrosa Lilien beliebt, etwa im Altarschmuck oder in großen Tischgestecken. In der Kirche oder im Festsaal verteilt sich der Duft gut. Anders sieht es in kleinen Räumen aus: Im Krankenzimmer, im Büro oder im Schlafzimmer kann eine orientalische Lilie schnell zu viel werden. Wer Blumen ins Krankenhaus schicken möchte, wählt besser duftarme asiatische Lilien oder ganz andere Blumen und fragt im Zweifel vorher auf der Station nach.
Bevor Sie Lilien verschenken, lohnt außerdem eine kurze Frage: Lebt im Haushalt eine Katze? Dann ist jede Lilie die falsche Wahl, ganz gleich wie schön der Strauß ist.
Lilien im eigenen Garten
Wer Lilien lieber selbst zieht, setzt die Zwiebeln im Herbst oder im zeitigen Frühjahr in durchlässige Erde, etwa dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Lilien mögen die Blüte in der Sonne und den Fuß im Schatten, zum Beispiel zwischen niedrigen Stauden. Staunässe lässt die Zwiebeln faulen.
Der häufigste Schädling in deutschen Gärten ist das Lilienhähnchen, ein kleiner, leuchtend roter Käfer. Seine Larven fressen die Blätter, oft gut versteckt unter einer Schicht aus eigenem Kot. Kontrollieren Sie die Pflanzen ab dem Austrieb regelmäßig und sammeln Sie Käfer und Larven ab.
In der Natur begegnen Ihnen in Deutschland vor allem der Türkenbund mit seinen zurückgebogenen, rosa gefleckten Blüten und, sehr viel seltener, die orangefarbene Feuerlilie. Wild wachsende Lilien stehen nach der Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz. Pflücken oder Ausgraben ist deshalb verboten. Für den Garten gibt es Zwiebeln aus gärtnerischer Vermehrung.
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