Eine blaue Art, die gelegentlich weiß blüht
Das Leberblümchen (Hepatica nobilis) blüht normalerweise tiefblau bis blauviolett. Selten gibt es auch rosa oder weiße Exemplare. Ein weißes Leberblümchen ist also keine eigene Art, sondern eine Farbform derselben Pflanze. Gärtnereien bieten weiße Auslesen unter dem Namen 'Alba' an. Der Name klingt widersprüchlich, botanisch bleibt es aber ein Leberblümchen.
Leberblümchen oder Buschwindröschen?
Beide gehören zu den Hahnenfußgewächsen, und beide blühen im zeitigen Frühjahr in heimischen Laubwäldern weiß. Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) ist jedoch viel häufiger und bildet große Teppiche am Waldboden. So unterscheiden Sie beide:
- Das Leberblümchen hat dreilappige, ledrige Blätter mit ganzem Rand, die oft überwintern. Die Blätter des Buschwindröschens sind tief in drei gezähnte Abschnitte geteilt und ziehen im Sommer ein.
- Direkt unter der Blüte des Leberblümchens sitzen drei grüne Hochblätter, die an einen Kelch erinnern.
- Das Leberblümchen wächst in Horsten, das Buschwindröschen breitet sich mit kriechenden Wurzelstöcken aus und bildet dichte Bestände.
Ein Platz im Garten
In der Natur wächst das Leberblümchen in nährstoffreichen Laubwäldern auf Kalk. Im Garten gefällt ihm dasselbe: Halbschatten unter Sträuchern oder Bäumen, die im Winter das Laub verlieren, und humoser Boden, der weder austrocknet noch nass steht. Die weiße Form kommt vor einem dunklen Hintergrund am besten zur Geltung, etwa am Fuß eines Strauchs oder an einem schattigen Weg.
Sie wächst langsam und wird mit den Jahren schöner; Umsetzen wirft sie zurück.
Die weißen Blüten erscheinen im März und April. Abends und bei Regen schließen sie sich und öffnen sich wieder, wenn die Sonne herauskommt. Die Art ist in Deutschland besonders geschützt; kaufen Sie weiße Leberblümchen deshalb in einer Gärtnerei, die Schattenstauden nachzieht, und graben Sie nie Pflanzen im Wald aus.
Vorsicht mit Kindern und Tieren
Weiß ist genauso giftig wie Blau: In allen frischen Pflanzenteilen steckt Protoanemonin, ein Stoff, der Mund und Haut angreift. Auch das Buschwindröschen ist giftig. Hat ein Kind davon gegessen, rufen Sie das Giftinformationszentrum Ihrer Region an; bei einem Tier wenden Sie sich an den Tierarzt.